Schlemmertag: Belohnung, oder gar Bestrafung?

Veronas Geheimnis Schlemmertag

Kann denn Schlemmen Sünde sein?

Eine Besonderheit mit der ‚Veronas Geheimnis‘, die Diät von Verona Pooth aufweist, ist zweifellos der sogenannte Schlemmertag: ein Tag pro Woche, an dem man auf nichts, wirklich nichts, zu verzichten braucht. Ist dieser Tag letztlich eine ‚Belohnung‘? Oder ist er eher gar eine Strafe??

 

Spinnt die Pooth?

Vermutlich hast Du in der Vergangenheit schon die eine oder andere Diät ausprobiert. Wie? Ach so, Du hast also nicht nur die eine oder andere sondern so gut wie alles durchprobiert… Ja, da bist Du natürlich nicht die Einzige. Dann weißt Du ja, dass es irgendwie immer nach dem gleichen frustrierenden Schema abläuft: Punkte zählen, friss die Hälfte und was weiß ich noch alles. Kurz gesagt: Verzicht! Und nicht nur kurzfristig verzichten, nein: für immer verzichten!!

So, und jetzt kommt die Verona und meint doch glatt, dass ein Schlemmertag in der Woche beim Abnehmen helfen soll…

Auch wenn man es nicht so recht glauben mag,… bzw. glauben mögen tut man es schon, aber mit dem glauben können tut man sich etwas schwer: von wissenschaftlicher Seite scheint es gute Gründe dafür zu geben, einmal pro Woche mal so richtig hemmungslos reinzuschaufeln (siehe Ende des Artikels).

Schlemmertag: zu Beginn eine reine Fressorgie

Ist der Schlemmertag nun eine Belohnung für 6 Tage freiwilligen Verzicht auf den einen oder anderen falschen Freund unter den sogenannten ‚Lebens’mitteln (ich weiß nicht warum Industriefraß immer noch als Lebensmittel bezeichnet wird, bzw. wie dieser jemals diese Bezeichnung erhalten konnte)? Oder ist der Schlemmertag am Ende gar eine ‚Bestrafung‘?

OK, eines steht fest: Nach Jahren, oder gar Jahrzehnten der falschen (= von der Ernährungsindustrie propagierten) Ernährung sind wir regelrecht süchtig geworden nach Nudeln, Reis, Kartoffeln & Co. Die seien ja alle sooooo was von gesund und würden zu einer ausgewogenen Ernährung dazu gehören. Und weil wir so süchtig danach gemacht worden sind, können wir uns ein Leben ohne diese gar nicht mehr vorstellen. Und Brot! Deutschland ist ein Brotfresserland! Problem: Brot, und darunter vor allem Weißbrot, macht dick!

Ganz klar, dass man sich unter diesen Umständen erst mal auf den Schlemmertag freut. Wenn Sonntag geschlemmt wird, wird dann schon am Mittwoch darüber gesprochen, womit man sich am Sonntag alles ‚belohnen‘ wird, weil: die ganze Woche musste man ja verzichten und man ist auch recht standhaft geblieben. Da darf man sich dann am Schlemmertag schon mal was gönnen. Kommt Samstag wird man schon ganz hibbelig, man hat nur noch

und anderes in dieser Richtung im Kopf, und wie das Mittag- und das Abendessen aussehen wird, das kann man sich in seinen kühnsten Träumen gar nicht ausmalen.

Aaahhh, Vorfreude ist halt doch die schönste Freude 😉

Dann ist er da: der Schlemmertaaaaaaag!

Der ganze Tag gleicht einer reinen Fressorgie. Die Leute um einen herum erkennen einen gar nicht wieder und fragen, ob das nicht die ganzen Bemühungen unter der Woche zunichte machen wird. Man würde ihnen nun ja gerne von den Leptinen und der Fettverbrennung erzählen (siehe weiter unten), aber man hat gerade andere Sorgen: trotz reichlich gedeckter Tafel macht sich langsam ein Unwohlsein im Magen breit. Nein, es ist nicht das schlechte Gewissen, denn das würde sich weiter oben bemerkbar machen. Es ist unser Verdauungstrakt, der sich erstaunlich schnell an die vernünftige Ernährung unter der Woche gewöhnt hat.

Und weil sich unser zweitwichtigstes Denkorgan – schließlich spricht man von ‚Bauchentscheidungen‘ – unter der Woche (also nicht am Schlemmertag) so wohl fühlt, sorgt es als Dankeschön dafür, das alle unter der Woche erhaltenen, wertvollen Nährstoffe aus Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Gemüse jeglicher Farbe und Hülsenfrüchten nun optimal dafür eingesetzt werden, dass wir uns seit langem wieder etwas wohl fühlen in unserer Haut: keine Müdigkeit, keine schlechte Laune, das eine oder andere Kilo weniger,…

Dann kommt dieser Schlemmertag… für den Magen muss sich das nach einer Woche ‚Kur‘ ja anfühlen, als hätte er auf nüchtern Magen mit dem Dampfhammer volle Breitseite eine eingeschenkt bekommen. Und da der Magen ja im wahrsten Sinne des Wortes ein so zentrales Organ für den Menschen ist, bekommen wir das natürlich ebenfalls zu spüren.

Meine Einschätzung ist die, dass man maximal den ersten Schlemmertag genießen wird, zumindest bis zum Abend, denn da wird man aller Wahrscheinlichkeit nach aus den oben genannten Gründen auf der Couch liegen wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Beim nächsten Schlemmertag wirst man sich vermutlich noch immer freuen wie ein kleines Kind, weil man glaubt, dass man sich beim letzten Mal einfach nur überfressen hast. Aber weil man dennoch aus dem 1. Schlemmertag gelernt hat, wird man es am zweiten nicht ganz so übertreiben wollen. Auch an dem Abend wirst man sehr wahrscheinlich merken, dass der Magen und die Stimmung alles andere als auf dem Höhepunkt sind.

Und dann macht es langsam Klick. „Könnte es sein, dass es diese Pseudo-Lebensmittel sind, auf die ich mich die halbe Woche freue und mit denen ich mich belohnen will, die mich letztlich so ganz und gar nicht wohl fühlen lassen??“

Und das ist der Moment ab dem man den Schlemmertag sehr kritisch betrachten wird. Klar, man wird nach wie vor an diesem Tag die Zügel ein wenig schleifen lassen, denn schließlich kann man auch mit Genuss ’sündigen‘. Denn schließlich war da ja noch diese Sache mit den Leptinen.

Ein Schlemmertag scheint wissenschaftlich empfohlen!

Ohne es hier zu wissenschaftlich machen zu wollen:

Leptine werden in den Fettzellen gebildet und sie sind in der Lage zu erkennen, wie voll diese Fettzellen sind. Wer nun die Aufnahme von Kalorien einschränkt, der sendet letztlich ein Signal, dass mit den Fettressourcen sparsamer umgegangen werden muss. Dadurch nimmt letztlich auch die Leptin-Menge ab. Die Folge des sparsameren Umgangs mit den Fettreserven ist ein geringerer Gewichtsverlust. Wer aber seinem Körper regelmäßig – in Form eines Schlemmertags einmal pro Woche – seinem Körper eine größere Menge an Kalorien zuführt, signalisiert dem Körper, dass eben keine Nahrungsknappheit besteht und der Körper ruhig weiter fleissig Fett verbrennen darf.

 

Insofern: Ja, der Schlemmertag ist, an und für sich und richtig eingesetzt eine gute Sache, sowohl für die Psyche als auch für’s Abnehmen.

Wohl bekomm’s! 😉

Gebt im Kommentarfeld unten gerne Bescheid, wie Ihr zum Thema Schlemmertag steht!

Bildnachweis
Quelle: flickr; Foto ‚Schlemmen at I Due Forni‘: schoschie, Lizenz: Creative Commons by 2.0 de / Kurz

 


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